Flora
ist zu Hause ................
Und
wurde schon sehnsüchtig erwartet:

Es ist alles gut gegangen !!!!!! Die große, gemütliche Flora, kam Sonntag, den 12.6.05 gegen Mittag auf unserem Berg an.
Mit
gemischten Gefühlen hatte ich diesem Tag entgegengesehen. Immer noch ist die
Trauer um Fanny groß, dennoch war ich sicher, dass es so am Besten ist, denn so
war es uns einmal mehr möglich, ein Leben zu retten.
Als
sie ausgeladen wurde, habe ich erst ihre richtigen Ausmaße erkannt und alle
Erinnerungen, die über Kaltblutpferde in mir sind, kamen wieder hoch.
Unter
anderem die Geschichte von Fritz, dem sie so ähnlich sieht, dass mir der Atem
stockte !!
Mit Fritz,
dem Kaltblutwallach hat nämlich alles angefangen !!
Er
hat den Grundstein gelegt, dass ich mich nicht nur um Hunde und Katzen, sondern
auch um Pferde kümmere.

.................Es
begann im Jahr 1999
!
Ein
Pferdetierschutzskandal erhitzte die Gemüter aller Tierschützer, da ein
Riesenskandal über eine Pferdehaltung in Memmingen aufgeflogen war. Über 80
Pferde waren dort in einer ehemaligen Milchzentrale im Keller gehalten worden
und zum Teil qualvoll verendet, da der über 80jährige Besitzer geisteskrank
geworden war und die Tiere nicht mehr versorgte.
Furchtbare
Bilder kamen mir wieder in den Kopf. Bilder, die ich lange verdrängt und verschüttet
geglaubt hatte.
Es
waren so schreckliche Eindrücke, das es mir heute noch schwer fällt, darüber
zu reden.
Man
fand dort Fohlen, die neben ihren Müttern verhungert waren, da sie auf dem
gefliesten Boden vor Schwäche nicht mehr aufstehen konnten um an die rettende
Zitze zu kommen. Andere Pferde hatten versucht in ihrer Not eine Heuleiter zu
erklimmen, um an das dort gelagerte Heu zu kommen. Bei diesem Versuch brachen
sich etliche der unglücklichen Tiere das Genick.
Niemals
werde ich den Zorn darüber vergessen, dass der zuständige Amtsveterinär so
lange gezögert hatte, diesen Bestand aufzusuchen. Er hätte unermessliches Leid
verhindern können.
Das
Schlimmste war, dass man dem damaligen Besitzer der Pferde, die Tiere, die
dieses Martyrium überlebt hatten, nicht von amtswegen weggenommen hat. So
wurden fast alle an einen Pferdehändler in der Nähe von Heilbronn verkauft.
Dort
spürten wir sie auf und drangen illegal in einen Stall ein, um aufzuzeigen,
dass die Pferde sozusagen „ vom Regen in die Traufe „ gekommen waren.
Damals
stand dort an 2 m langen einer Eisenkette, die an der Wand befestigt war ein
riesiger Kaltblutwallach. Als wir uns in die Augen geschaut hatten, habe ich ihm
versprochen, ihm zu helfen und ihn dort zu befreien
Dieses
Versprechen konnte ich einhalten !
In einer Fernsehsendung machten wir die neuerlich miserable Haltung der Tiere, die doch sowieso schon genug gelitten hatten bekannt, und wir bekamen so viele Spenden, dass wir alle Pferde ( insgesamt 28 ) auslösen konnten.
Den
Kaltblutwallach nannte ich Fritz und wir waren – bis er an Hufkrebs eingeschläfert
werden musste – ein Herz und eine Seele.
Durch
Fritz, unseren sanften Riesen, fanden
wir einen Sponsoren, der auch einiges weitere für uns , unsere Tierhaltung und
unsere Lebensbedingungen ermöglicht hat.
Noch
immer denke ich auch an ihn, wenn ich an diesen Pferdetierschutzfall , an Fritz
und die vielen anderen denke, die wir retten konnten, und denen es heute
hoffentlich noch gut geht.
All
diese Dinge wurden durch die Ankunft von unserer Flora wieder in mir wach und
ich war plötzlich so glücklich , dass ich die ganze Welt hätte umarmen können.
Flora
hat eine besondere Ausstrahlung, wie es unser Fritz auch gehabt hat. Vom ersten
Augenblick – und ich denke fast – schon immer habe ich sie geliebt .
Das
Gefühl, dass sie nach Hause gekommen ist, hatte plötzlich eine andere
Bedeutung.
Mir
war, als ob sie alles in sich vereinen und
gebündelt in sich tragen würde:
Die Seelen der Pferde, denen wir geholfen haben, versucht haben zu helfen, verloren haben !!!
Sie
waren alle da – und sie waren alle zufrieden, dass Flora bei uns eingezogen
ist.

