Liebe Tierfreunde


Nun ist der Sommer da und wir müssen versuchen, bis zum Herbst einige bauliche Veränderungen vorzunehmen, die dringend erforderlich sind. Leider scheitert so vieles an den finanziellen Mitteln, sonst wären wir gewiß schon einige Schritte weiter. Wir geben aber die Hoffnung nicht auf und blicken trotz meines Beinbruchs, der mich viele Wochen außer Gefecht setzte, zuversichtlich in die Zukunft.

Endlich wurde unsere Pferdehütte von den verschiedenen behördlichen Instanzen genehmigt, so daß wir diesen Winter ein besseres Zuhause für unsere inzwischen 7 Pferde bieten können.

Über das letzte Jahr verteilt bekamen wir 105 Hunde aus Griechenland , 23 aus Frankreich und 46 aus Deutschland zur Vermittlung. Außerdem fanden durch uns 29 Katzen ein neue zu Hause.

Gerade die griechischen Tierschutzgruppen sind in höchster Not, da durch die Olympiade bedingt, dort sämtliche streunenden Hunde und Katzen aus dem Straßenbild verschwinden sollen. Anstatt bestehenden Tierschutzgruppen finanzielle Hilfe anzubieten, werden staatseigene Tierheime gebaut, in denen die Tiere nach 14 Tagen " entsorgt " werden. Nach der Olympiade werden diese dann wieder abgerissen. Selbstverständlich hat dieser Umstand in Griechenland zu erheblichen Streitigkeiten zwischen Regierung und Tierschützern geführt. Dies eskalierte dann im April diesen Jahres, indem die griechischen Tierschutzgruppen beschuldigt wurden, daß sie Hunde nach Deutschland und in die Schweiz zu angeblichen "Tierschutzvereinen" schicken würden, von denen aus die Tiere dann in Laboratorien verkauft werden würden. Mein Name stand ganz oben auf der Liste, die von einer psychisch gestörten Person verfaßt worden war.Wir konnten zwar selbstverständlich das Gegenteil beweisen, freuten uns auch riesig über den Besuch unserer griechischen Freunde, die die von uns vermittelten Tiere besuchten, dennoch war aber alles mit Riesenstreß und auch Ärger über soviel Unverfrorenheit verbunden. Letztendlich bin ich der Meinung, daß wir unsere Zeit und Energie in wichtigere Dinge investieren sollten, und die Person, die diesen Unfug verbreitete sollte nur einmal einen Tag lang unsere Arbeit tun. Anbei möchte ich Ihnen ein paar Tierberichte übermitteln bei denen es uns hauptsächlich darum geht, Paten für diese Tiere zu finden. Vielleicht möchten Sie selbst eines der gezeigten Tiere unter ihren speziellen Schutz stellen, vielleicht kennen Sie weitere Personen, die das gerne tun würden.

Eine Patenschaft beinhaltet, daß der Pate einen Geldbetrag monatlich überweist, dessen Höhe in seinem eigenen Ermessen ist. Es wird zweimal jährlich von uns über "sein" Tier ein spezieller Bericht geschrieben und ein aktuelles Foto beigelegt. Bei den gezeigten Tieren handelt es sich um unvermittelbare Tiere, die also immer bei uns bleiben.

Peggy

Peggy ist ca. 7 Jahre alt. Sie wurde 1997 in KOS auf der Straße gefunden. Leider mußte ihr - bedingt durch einen Autounfall - ein Hinterbein amputiert werden. Aus diesem Grund ist es uns nicht gelungen, für Peggy ein neues zu Hause zu finden. Eigentlich kommt sie mit ihrer Behinderung gut zurecht. Sie genießt es auch spazieren zu gehen, allerdings dürfen dies keine all zu langen Wanderungen sein. Wenn Peggy vier Beine hätte, hätte man sicherlich das Problem, daß sie jagen würde. Sie hat einen ausgeprägten Jagdinstinkt, obwohl sie als Colliemix nicht unbedingt rassebedingt zu den Jägern zählt. Nun lebt sie bei uns in einem kleinen Rudel, in dem sie sich sehr wohl fühlt. Sie ist der ideale Rudelhund, kümmert sich um Neuzugänge und ist absolut freundlich gegenüber ihren Artgenossen. Menschen gegenüber ist sie sehr aufgeschlossen und liebevoll und genießt jede Form der Zuneigung.

Senta

Vor 5 Jahren kam Senta zu uns, da ihr damaliges Frauchen in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wurde. Genau wie ihr Frauchen, war Senta völlig durch den Wind. Ich kann mich noch gut daran erinnern, daß sie mich bei ihrer Abholung herzhaft in den Allerwertesten gezwickt hat. Daraufhin hatte ich natürlich den notwendigen Respekt vor ihr, was sie wiederum genau wußte. Als sie nach 3 Tagen auch noch läufig wurde - was bei einer Rudelhaltung eine absolute Katastrophe ist - war ich gezwungen sie für diese Zeit in eine Pension zu setzen. Es war Oktober, das Wetter war schrecklich, es regnete wie aus Eimern. Nach ein paar Tagen erhielt ich einen Anruf aus der Pension. Senta hätte sich in ein Gebüsch verkrochen und würde niemanden mehr in ihr Gehege lassen. Ich solle schauen, daß ich diesen" gefährlichen " Hund so schnell wie möglich abhole. Es blieb mir ja nichts anderes übrig und ich stand wenig später - es war schon dunkel - vor ihrem Gehege und sah aus dem Busch lediglich zwei funkelnde Augen blitzen. Beklommen betrat ich den Zwinger, immer gefaßt, daß nun ein Angriff erfolgt. Der kam dann auch, doch im Sprung erkannte Senta, daß ich es war. Sie war außer sich vor Freude, ließ sich das erste mal von mir streicheln, und seitdem sind wir die dicksten Freunde. Allerdings akzeptiert sie bis heute nur meine Familie und mich. Alle anderen Menschen werden bedingungslos angegriffen und würden auch gebissen werden. Ein echter Fall für den Psychiater, aber wir lieben sie alle.

Eileen

Die bildhübsche Tinkerstute ist inzwischen 7 Jahre alt. Sie wurde mit 3 Jahren aus einer Wildherde in Irland herausgefangen und muß wohl dieses Trauma nie verkraftet haben. Sicherlich spielte auch die weitere Behandlung eine Rolle, so wurde sie mit Gewalt eingebrochen und ihr wurden die Hinterfüße zusammengekoppelt, damit sie nicht weglaufen konnte. Durch diese rohe Behandlung war sie nicht in der Lage, Vertrauen zu Menschen aufbauen. Sie wurde von ihrer Ex-Besitzerin schließlich abgegeben, weil es ihr nicht möglich war, sich dem Pferd zu nähern um es zu satteln und zu reiten. Nach verschiedenen Kursen bei fast allen namhaften Pferdepsychologen, die allesamt keinerlei Besserung erzielen konnten, stand eigentlich nur noch der letzte Weg offen: das Pferd zum Schlachter zu bringen. Dies konnten wir verhindern. Wir brauchten über 2 Jahre, bis wir uns das Vertrauen von Eileen erworben hatten. Das ging nur durch den ständigen Umgang und mit viel Liebe und Geduld. Heute sind wir soweit, daß wir ihr ein Halfter anlegen können. Allerdings steht sie dann zitternd und schweratmend da, ganz in Erwartung irgendwelcher Gemeinheiten, die sie bis heute nicht vergessen konnte. Aus diesem Grund vermeiden wir weitestgehend solche Situationen und lassen sie wie sie sein will, nämlich frei. Wir freuen uns über die kleinen Zugeständnisse, die sie uns freiwillig schenkt und das ist uns mehr als genug.

Fuzzy

Fuzzy ist inzwischen fast 2 Jahre alt und lebt seit seinem Babyalter bei uns. Das kam so : Ene Freundin von uns hatte eine trächtige Katze aufgenommen und die Kleinen liebevoll großgezogen. Eines Tages erzählte sie mir unter großem Gelächter, daß bei den Babies wohl ein " großer Held " dabei wäre. Immer wenn sie den Staubsauger anstellen würde, würde die ganze Rasselbande blitzschnell unter Schränke und Truhen kriechen, bis auf eines der Geschwister. Das hätte nämlich keine Angst vor dem lauten Gerät und würde sich draufsetzen und sich spazierenfahren lassen. In mir keimte ein erster Verdacht auf und als ich hörte daß der kleine Held ein schneeweißes Katerchen war, wußte ich Bescheid. Nach einem ersten Test war klar, daß das weiße Katerchen taub auf die Welt gekommen ist. Auf so ein Tier muß man natürlich besonders aufpassen. Deshalb lebt er jetzt hier bei uns im Haus, zusammen mit 6 Hunden und weiteren 2 Katzen.

Rambo

Hinter diesem Namen verbirgt sich ein zarter schwarzer Kater, der von meinem Mann vor dem sicheren Verkehrstod gerettet wurde. Er ist ein kleiner " Dödelkater " d.h. er ist viel zu gut und zu lieb für diese Welt. Sein ganzes Sein besteht eigentlich nur aus Liebe, man braucht ihn nur anzuschauen, dann schnurrt er schon und springt auf den Schoß um zu kuscheln. Dabei legt er beide Pfoten um meinen Hals und reibt seinen Kopf an meiner Wange. Er ist schon ein außergewöhnliches Tier. Alles um ihn herum wird als Freund betrachtet und somit mit Liebe bedacht und entsprechend mit Liebesbekundungen verwöhnt. Seinem Namen wird er nur gerecht, wenn er mit lautem Kampfgeschrei die Treppen hoch und runter saust, um uns dann letztendlich irgendwann seine Beute zu präsentieren: meistens sind es Socken. Da er Mäuse ja auch zu seinen Freunden zählt und somit liebt, verschont er sie und sucht sich Ersatzfeinde. Außer den Socken waren dies auch schon Handschuhe und Unterhosen.

Die Angels

Seit ca. einem Jahr sind wir "glückliche" Besitzer von vier " Doberfrauen " aus einem Tierheim bei Athen. Die Dobimixe sind Geschwister und obwohl sie in diesem Tierheim geboren wurden, lernten sie nie den Umgang mit den Menschen. Die Vierergruppe ist ein eingeschworenes Team, vor allem wenn es darum geht, Unsinn zu machen. So wird in Teamwork der Zaun durchgebissen und dann geht "man(n)" bzw. "frau" stundenlang auf die Pirsch rings herum in den Vogesenwäldern. Fremde Personen werden absolut abgelehnt, während sie an "ihrem" Menschen mit zärtlicher Liebe hängen. Leider sehe ich keinerlei Chance Angel, Luna, Fiona und Ginger in irgendeine Familie zu vermitteln. Ihre Verhaltensweise ist zu eingefahren und es müßte sich jemand sehr viel Zeit nehmen und jede Menge Geduld üben um aus einer von der wilden Horde einen gesitteten Haushund zu machen.

 

Leider kann ich aus Platzgründen nicht alle hier lebenden Tiere zeigen. Sollten Sie Interesse haben, eine Patenschaft zu übernehmen, werde ich gerne entsprechende Bilder zusenden.

Bis dahin und drücken Sie uns die Daumen, daß es gut weiterläuft,

Ihre Marion Noss